Liebe Kinder, liebe Eltern,

hier schreibt Marie ihre Erlebnisse mit unserem Pony Cassini im Winterquartier. Viel Spaß beim Lesen!

Ich hatte schon immer davon geträumt, ein Pony, besonders meinen geliebten Cassini, ins Winterquartier zu nehmen. Ich hätte niemals gedacht, dass dieser Wunsch in Erfüllung gehen könnte. Es fing so an, dass ich wie immer zum Reitunterricht nach Mariental fuhr. Ich erzählte meiner Reitlehrerin von meinem Wunsch und sie sagte, ich soll es doch einfach machen. Doch dies war leichter gesagt als getan. Als ich meinen Eltern von diesem Gedanke erzählte, hieß es erst "Nein". Doch nach tagelangen Versuchen, sie davon zu überzeugen, dass ich so lernen könnte, Verantwortung zu übernehmen, und viel an der frischen Luft wäre, sagten sie schließlich "Ja". Ich freute mich rieeesig! Am 14.10. war es dann soweit. Ich durfte Cassini holen! Zusammen mit der Stallbesitzerin von einem Stall bei mir in der Nähe, in dem Cassini dann untergebracht war, fuhr ich nach Mariental und holte ihn ab. Ich war total aufgeregt, weil ich mich so freute!

Als wir im neuen Zuhause ankamen, brachten wir Cassini gleich in seine neue Box. Am selben Tag machte ich mit ein paar Freundinnen noch einen wunderschönen Ausritt zum naheliegenden Strand. Solche Ausritte machte ich ziemlich oft, natürlich nur, wenn das Wetter auch mitspielte. Cassini gefiel das sehr gut, und nach einiger Zeit ging er dann auch ins Wasser. Es machte uns beiden einfach riesigen Spaß, durch das Wasser zu galoppieren. Manchmal sind wir beide auch "nur" im Schnee spazieren gegangen. Natürlich besteht das Leben nicht nur aus Spaß, gearbeitet in der Reithalle wurde auch. Anfangs tat Cassini sich ein bisschen schwer, in seinem "neuen Zuhause" zu Recht zu kommen, aber von Zeit zu Zeit lebte er sich immer besser ein. Die Zeit mit ihm war wunderschön, er wuchs mir immer mehr ans Herz! Wir erlebten so manche tolle Stunden miteinander, Tag für Tag. Einfach dieses Gefühl zu haben, dass man kommen kann, wann man will und fast alles machen kann, was man will, war toll! Als wäre es mein eigenes Pony! Das halbe Jahr neigte sich natürlich irgendwann dem Ende zu, leider, was mich ziemlich traurig machte. Ich genoss jeden einzelnen Moment mit "meinem" Pony und machte diese Zeit unvergesslich. Ich habe ganz ganz viele Fotos von Cassini gemacht und machen lassen, von den schönsten Momenten mit ihm. Als es dann irgendwann nur noch ein paar Wochen bis zum Abgabe-Tag waren, versuchte ich noch so oft wie möglich schöne, unvergessliche Ausritte zu machen, was auf Grund des Wetters ziemlich schwierig wurde, aber ein paar Mal hats geklappt. :-)

Am 22.03. war es dann wieder soweit... Cassini musste wieder zurück. Die Tage davor war ich sehr traurig gewesen, und hin und wieder floss auch die ein oder andere Träne, aber dann dachte ich mir, das ich ihn, so oft ich kann, besuchen werde und Ferien auf Mariental machen möchte, damit ich ihn sehe! Als ich im Auto saß, hinten dran der Anhänger mit Cassini, war ich total traurig. Auf dem Rückweg, diesmal der leere Anhänger am Auto, wurde es mir total schwer ums Herz. Keine Strandausritte mit dem kleinen Mann mehr, nicht mehr mit Freundinnen zusammen reiten, nach dem Reiten keine langen Kuscheleinheiten... aber im Nachhinein bin ich echt froh, das gemacht zu haben, es war ein wunderwunderschönes halbes Jahr mit Cassini!"